2015 Weltmeisterschaft – Dziwnów/Polen

Berichte und Fotos: Michelle Hoffmann

Donnerstag, 20.08.2015 – Ankunft im WM-Ort

wir melden uns nun erstmalig aus Dziwnów (Polen) und werden Euch von nun an auf facebook und auf der Homepage der Deutschen Optimist-Dinghy Vereinigung über unsere Erlebnisse bei der Weltmeist72 a Portraitseite WM 2015 Kopieerschaft der Optimisten 2015 informiert halten….

Wir, wir sind das WM-Team mit Charlotte, Deike, Cecimo, Roko und Valentin. Wir haben uns bei der diesjährigen EM-/WM Ausscheidung vor Warnemünde im Mai für die WM qualifiziert und wurden in die Jüngstennationalmannschaft des Audi Sailing Team Germany berufen. Insgesamt haben sich für die diesjährige Weltmeisterschaft 276 Segler qualifiziert – davon sind 220 Jungen und 56 Mädchen aus 58 Nationen.

Nach drei gemeinsamen Vorbereitungsmaßnahmen mit dem EM-Team beginnt nun morgen die finale Vorbereitung auf dem Weltmeisterschaftsrevier. Gesegelt wird auf der Ostsee. Unsere Boote liegen im recht modernen Hafen von Dziwnów, einem netten Ostsee-Urlaubsort. Unsere Boote sind schon segelfertig, das Motorboot liegt im Wasser und morgen wollen wir gleich durchstarten. Im Klartext heißt das:
Zunächst Frühsport – Joggen am Strand. Den Körper in Gang bringen und auf Wettkampfmodus hochfahren. Nach der ersten Arbeit am Morgen folgt ein gutes Frühstück. Im Hafen umziehen, Boote segelklar machen, anschließend eine lange Trainingseinheit….und wieso machen wir das so?! – Ganz logisch. Wir haben nun noch fünf Tage zur Vorbereitung, bevor dann die Weltmeisterschaft eröffnet wird. Damit bis dahin alle Tagesabläufe von Abfahrt im Hotel – Umziehen – Boote klar machen – Auslaufen konzentriert und für uns alle optimal ablaufen – wird unser Training dem Regattaablauf bestmöglich angepasst…

Bevor wir aber morgen mit dem Training beginnen, müssen wir nun noch ein paar „Schönheitskorrekturen“ hier vor Ort unternehmen…
Taschen auspacken, ein Bett in das Zimmer der Jungs tragen, da die Schlafcoach nicht wirklich Rücken-kompatibel ist, Getränke auf die Zimmer bringen und, und, und…

Freitag, 21.08.2015 – 1. Trainingstag

da sind wir nun wieder mit unserem Bericht vom ersten Trainingstag aus Dziwnów (Polen). Nach anfänglichem Schwachwind um die 3-4 Knoten und ein paar Trimmstarts begann unser Training auf dem WM-Revier etwas „schleppend“. Erst am Mittag setzte ein thermischer Wind mit 8-9 Knoten ein, so dass wir dann mit unserem Coach Carsten noch einmal Feinschliff in den Bereichen „Segeln bei Strom“ und „Trimm“ betrieben. Bei den Winden bot es sich an ein bisschen Team Racing zu trainieren und als Sparing-Partner fanden sich niemand anderes als die Team Race Weltmeister 2014: Thailand. 🙂

Unsere Baustellen liegen hier insbesondere bei der Aufteilung beim Start und bei unserer Kommunikation. Unser Ziel haben wir nun aber ganz klar definiert: Gas geben, wenn wir eine Gewinnerkombination haben, Bremsen und Auseinandersegeln, wenn wir eine Verliererkombination haben und miteinander REDEN, REDEN, REDEN! Das macht ein gutes Team aus!

Samstag, 22. 08.2015 – 2. Trainingstag

da sind wir pünktlich nach Feierabend mit unserem Bericht vom zweiten Trainingstag aus Dziwnów (Polen). Der Tag startete mit leichterem Wind um die 6-8 Knoten. Auf dem Programm standen Trimmstarts und Seitentests. Da wir uns im Team so manches Mal scheinbar nicht einigen können, wer beim Seitentest wo startet, greifen wir als „seriöse“ WM-Teilnehmer auf kein anderes Spiel als „Ching-Chang-Chong“, auch bekannt als „Schere-Stein-Papier“ zurück. Charlotte verliert mit Papier gegen Cecimo mit Schere – was für ein Pech und muss Mitte links starten, während Cecimo ganz links starten darf. 😉

Gegen Mittag setzt ein wenig mehr Wind ein und die Niederlande, Österreich und Spanien laden uns für ein Trainingsrennen ein. Leider mischen sich plötzlich so viele Teams einfach dazu, dass das zweite Trainingsrennen chaotisch abläuft. Wir entscheiden uns erst einmal wieder alleine weiter zu trainieren mit dem Fokus auf den Start. Dafür wurde eine extrem kurze Startlinie ausgelegt. Bei zwei Minuten mussten wir alle an der Linie liegen, unsere Position halten und ebenso verteidigen und natürlich zeitig anfahren und zugleich keinen Frühstart provozieren. Beim dritten Versuch gelingt es schon richtig gut. Zufrieden mit unseren heutigen Leistungen geht es zurück in den Hafen…

 Wir sind gespannt auf das Abendessen…gibt es wohl Mal wieder Kartoffeln und Fleisch? – Leider ja, lecker, aber am dritten Tag in Folge etwas einseitig. Daher entscheiden Teamleader und Trainer, dass es morgen auswärts leckere Pasta gibt. Mal schauen, wo wir ein nettes Lokal auftreiben….

 Sonntag, 23.08.2015 – 3. Trainingstag

wir melden uns zu später Stunde mit unserem Bericht vom dritten Trainingstag aus Dziwnów (Polen). Unser Tag im Hafen begann zunächst mit Segel bändseln – unsere neuen J-Segel 🙂 wollten schließlich rechtzeitig vernünftig eingesegelt werden! Nach der Vorbesprechung erwartete uns dann auf der Ostsee ein konstanter Wind um die 10-12 Knoten – quasi perfekt! Allerdings zog plötzlich innerhalb von 10 Minuten Seenebel auf und die Sichtweite war auf 40 Meter beschränkt. Sicherheit geht in solchen Situationen vor: GPS für den zielsicheren Heimweg in den Hafen und für den Notfall UKW-Funk Kanal 16 wurden auf dem Motorboot eingeschaltet. Damit keiner von uns auf „Abwege“ in dem Seenebel verschwand, schloss sich unser Coach Carsten mit dem kolumbianischen Trainer zusammen. Dicht zusammen wurde zwischen den Motorbooten aufgekreuzt! Nach dem Seenebel folgte Sonne, aber der Wind war leider weg. 🙁

 Es folgte eine Regenfront. Es kühlte so sehr ab, dass wir alle ins Schlottern kamen. Fest stand – in den nächsten Tagen eine Lage mehr an Klamotten.

 Tendenziell unmotiviert kamen wir wieder an Land. Unsere Teamleaderin Michelle „päppelte“ uns kurzfristig mit einem Stück Schokolade wieder auf, als der nächste dicke Regenschauer mit leichtem Gewittergrummeln über uns hereinbrach. Plötzlich gab es ganz in der Nähe einen Blitzeinschlag, der nicht nur wahnsinnig hell, sondern auch irre laut war. Wir beschlossen uns im Auto zu verstecken – sicher und trocken. Da der Weg aber so nass bis zum Auto war, suchten wir dann schließlich doch lieber Unterschlupf am Stand vom Bootshersteller Winner. Kaum ließ der Regen ein wenig nach, rannten wir los. Wir hatten Hunger und wollten heute endlich Pasta und Pizza essen. Auf dem Weg zur Pizzeria gab es dann noch einen kleinen Zwischenstopp. Wir zeigten beim Autoscooter, dass wir keine Ahnung von Regeln 😉 haben und eine Menge Spaß haben können…seht gleich selbst!

 Nach dem leckeren Abendessen ging es zurück ins Team-Hotel: nach einer kurzen Nachbesprechung des Trainings legte jeder individuell seine Leistungsziele für die WM fest, definierte seine Stärken beim Segeln (Starkwindsegeln, Starten, Hängen etc.) und diejenigen Dinge, die er bei der WM vermeiden wird (zu viele Wenden, unnötige Zweikämpfe etc.). Ziele, auf die sich jeder einzelne Teilnehmer des deutschen Teams von nun an fokussieren soll.

Montag, 24.08.2015 – 4. Trainingstag

heute folgt unser letzter Bericht vom Vorbereitungstraining für die Weltmeisterschaft aus Dziwnów (Polen). Morgen haben wir Vermessung und dann „Layday“ – sprich Ruhetag, bevor dann schon am Mittwoch die Weltmeisterschaft mit Practice Race und Eröffnung losgeht.

Der Tag heute begann wieder im Hafen mit Segeln-bändseln – leider im Regen. Nach der Vorbesprechung und einer kurzen mentalen Einstimmung ging es auf das Wasser – nur zu viert – Roko lag flach. Unser zweites Wasser-Fotoshooting fiel damit ins Wasser – so dachten wir – da ja Michelle mit Roko an Land blieb. Wir waren ziemlich enttäuscht, bis dann unser Trainer Carsten auf dem Wasser plötzlich für eine kurze Zeit die Kamera zückte…und irgendwie machte er das ganz passabel wie wir finden 🙂

Der Wind kam heute aus Süd – sprich ablandig und der Strom kam aus Südost. Für uns alle auf dem Wasser noch einmal eine gute Auffrischung für Stromsegeln bei drehendem Wind, der zudem auch noch in der Windstärke variierte. Schon am frühen Nachmittag waren wir wieder an Land. Wir bereiteten unsere Boote für die morgige Vermessung weitestgehend vor und dann ging es auch schon ins Team-Hotel.  Nach einer Abkühlung im Pool stand vor dem Abendessen noch das Thema Teamfotos in STG-Kleidung auf dem Programm. Denn dank STG wurde uns neben der Bekleidung auf dem Wasser (Schwimmweste, Lycra, Pinnie) auch noch Bekleidung für das Land zur Verfügung gestellt. Dazu gehört neben einem T-Shirt noch ein chickes Polo und eine Soft-Shell Jacke. Das Foto-Shooting verlief perfekt. Wir hatten am Strand traumhafte Bedingungen und bis auf kleinere Zwischenfälle verlief alles perfekt: Charlotte bekam dank einer etwas größeren Welle eine nasse Hose und Roko sprang nicht in die Luft, sondern direkt in die Ostsee. Missverständnisse eben 🙂

Am Ende folgetn noch ein paar Fotos in unseren Tausch-Shirts. Tausch-Shirts? – Na eben Shirts zum Tauschen mit den anderen Nationen. In der Regel behalten die meisten WM-Teilnehmer ein Shirts für sich und dann haben sie noch weitere Tausch-Shirts, die sie mit den Seglern der anderen Nationen tauschen können….ein internationaler Basar! 🙂 Ein Highlight der Kontinental- und Weltmeisterschaften. Am Ende des Shootings bewiesen die Mädels, dass Koordination sehr viel mit „guten Seglerinnen“ zu tun hat – seht selbst!

Nun gehen wir nach Abendessen, Nachbesprechung und einer kurzen mentalen Übung ab ins Bett. Morgen ist zwar Layday, aber eben erst noch Vermessung. Die Unterlagen sind vorbereitet, aber wir wollen einfach Mal ausschlafen. Damit ihr aber noch etwas schönes zum Lesen habt, heute das Porträt von Valentin – unserem Bayern. Viel Spaß beim Lesen.

Dienstag, 25.08.2015 – Vermessung

heute folgt bereits der sechste Bericht aus Dziwnów (Polen) – wir haben Ruhetag – also fast Ruhetag! Heute früh stand der erste offizielle Programmpunkt der Weltmeisterschaft 2015 auf der Tagesordnung: die Vermessung. Obwohl Curly Morris, der IODA Chef-Vermesser, total freundlich und entspannt ist, unsere Boote im perfekten Glanze strahlten, die Vermessungsunterlagen vollständig waren, waren wir doch vor der Vermessung ein wenig nervös ;-)!

Die Vermessung begann mit einer netten Begrüßung von Curly und er erklärte schon einmal worauf die Vermesser auf dem Wasser achten werden:

  • Nutzung des vermessenen Equipments
  • Praddel, Pütz und Schwert müssen angebunden sein
  • Mastsicherung am Mast
  • Bändsel nicht weiter als 1cm von Baum und Mast
  • Einhaltung der Messmarke
  • Schwimmweste und Pfeife

Kurz bevor wir in das Vermessungszelt reingehen durften, regnete es leicht und wir mussten alle noch einmal unsere Boote trocken legen. Schließlich muss der Rumpf trocken auf die Waage, so dass beim Gewicht nicht „geschummelt“ wird. Ansonsten klappte alles reibungslos! – Bis auf das ein oder andere Branding, was leider nicht an seinem Platze bleiben durfte.

Nach der Vermessung registrierte uns unsere Teamleaderin Michelle im Race Office. Bei der Anmeldung wurden wir für unsere deutsche Perfektion gelobt – wir hatten alle Überweisungen getätigt und alle Unterlagen dem Veranstalter rechtzeitig zugeliefert. Das Lob ging bei unserer Teamleaderin runter wie Butter – hat sie doch immer alles akribisch zu unserem Wohle organisieren wollen! Nach dem offiziellen Anmeldeprogramm dann endlich Team-Freizeit!

Ein gemeinsamer Nachmittag mit Döner, Eis und natürlich Autoscooter stand auf dem Programm, bevor dann alle individuell mit oder auch ohne Eltern einige Stunden verbringen konnten. Deike und Charlotte zeigten mit Michelle noch einmal, dass es in einem Hotelpool nie zu kalt sein kann, bevor dann Berichte und Hausaufgaben auf der ToDo Liste standen. Die Mädels eben :-)! Am Abend waren wir dann wieder komplett. Carsten machte noch eine detaillierte Besprechung bezüglich der Segelanweisungen, bevor wir nach unserem Mentaltraining dann völlig müde in Richtung Zimmer und Bett loszogen.

Mittwoch, 26.08.2015 – Practice Race und Eröffnung

nun sind wir schon eine Woche hier in Dziwnów (Polen) – Vorbereitungstraining, Vermessung und Practice Race liegen hinter uns und die Weltmeisterschaft der Optimisten 2015 ist offiziell eröffnet! Nun aber von Anfang an über den heutigen Tag: Wie immer begann unser Tag heute mit Frühsport am Strand, bevor wir uns ein gesundes Frühstück gönnten. Für unsere „Offiziellen“ –  Coach Carsten und Teamleaderin Michelle – begann dann erst einmal eine logistische Organisation. Michelle musste schon um 10:00 Uhr beim Teamleader-Meeting im Hafen sein, während Carsten um 11:00Uhr beim Coachesmeeting sein musste, wir aber erst um 14:00 Uhr Start zum Practice Race hatten.6_WM

Das Practice Race verlief traditionell „chaotisch“. Gestartet wurde in zwei Gruppen. Während die erste Gruppe schon beim Vorbereitungssignal losfuhr, startete die zweite Gruppe „überwiegend“ erst beim Startsignal. Viele Teams brachen die Wettfahrt an der Luvbahnmarke ab oder aber fuhren nicht durch das Ziel – bringt angeblich Pech!

Die heutigen Windbedingungen sind für uns noch einmal eine gute Vorbereitung auf den morgigen ersten Wettfahrttag. Der Wind weht mit etwa 8-12 Knoten aus Südsüdwest und wir haben etwa 12 Meter Strom, der zunächst aus Windrichtung und bei der Luvbahnmarke parallel zur Küste lief. Tricky Bedingungen, die wir aber alle beherrschen. Nach dem Practice Race chillen wir im Hafen. Machen Besprechung. Stylen unsere Finger-und Fußnägel für die Eröffnungsfeier am Abend. Hierbei wird deutlich, dass Valentin wohl keine große Karriere als Nail-Sytylist bevorsteht. Aber Spaß hatten wir auf jeden Fall! Selbst Michelle, Carsten und die Mütter standen Schlange für Schwarz-Rot-Gold.

Kurz vor Acht beginnt dann der Eröffnungsmarsch in der Marina, der Mitten in Dziwnów an einer großen Bühne mit riesiger LED-Leinwand endet. Hier erwarten uns mehrere hunderte Einheimische, Touristen und natürlich Eltern und Geschwister die alle Teams mit Beifall begrüßen. Carla Stanley, die Vize-Präsidentin der IODA eröffnet die Weltmeisterschaft mit den Worten: „„Good winds, make friends, have fun!“, bevor dann mit einer Band die große Party lostobte und wir uns in Richtung Hotel aufmachten.

Euch in Deutschland „Dobranoc“ aus Polen.

Drückt uns Morgen die Daumen für unsere ersten zwei Wettfahrten der Weltmeisterschaft 2015! GERMANY – GERMANY – GERMANY!

Donnerstag, 27.08.2015 – 1. Wettfahrttag

der erste Wettfahrttag hier in Dziwnów (Polen) liegt hinter uns. Die Weltmeisterschaft der Optimisten 2015 hat nun also auch auf dem Wasser begonnen – zumindest für einige Segler! Lest aber selbst über unseren heutigen Tag:

Unsere Wettfahrttage bei der WM sind vom Ablauf klar strukturiert:

07:30Uhr       Wecken

08:00Uhr       Frühsport

08:20Uhr       Frühstück

08:45Uhr       Umziehen und Zähneputzen

09:00Uhr       Transfer in den Hafen

09:30Uhr       Coach-Meeting für Carsten

Lunch-Pakete und Tracker abholen für Michelle

Boote fertig machen / Vermessungs-Check

10:00Uhr       Ruhezone an den Booten

10:20Uhr       Besprechung

10:30Uhr       Mentaltraining

10:45 Uhr      Auslaufsignal Gelb

10:55Uhr       Auslaufsignal Blau

11:05Uhr       Auslaufsignal Rot

11:15Uhr       Auslaufsignal Grün

12:00Uhr       Startsignal 1. Tageswettfahrt

            TEAM: SEGELT MEGA ERFOLGREICH!!!

             AN LAND: WIR DRÜCKEN ALLE DIE DAUMEN!!!

Und nach den Wettfahrten…Umziehen, Chillen, Abendessen, Nachbesprechung, Mentalübung, Schlafen!

Leider spielten die Windbedingungen heute für „unseren Plan“ nicht ganz so mit. Die Gruppe Gelb beendete zwar die 1. Wettfahrt, – doch keiner von uns ist in der ersten Gruppe gewesen. Während die Gruppe Blau mehrere Startversuche unternahm, kamen Rot und Grün nicht einmal in Richtung der Startlinie.

Bei einem der Startversuche der Gruppe Blau kam Valentin zwar relativ schlecht weg, lag aber an der Luvtonne auf dem 2. Platz und kämpfte sich dann auf dem Halbwind auf den 1. Platz vor…. und dann Abbruch! Enttäuschung auf der einen Seite, aber unser Blick ist nach vrone gerichtet, davon lassen wir uns nicht demotivieren! Es folgten noch ein paar Startübungen für Blau bis die Wettfahrtleitung mangelns Wind nach zwei Stunden „AB über H“ setzte und uns in den Hafen schickte. Im Hafen gab es viel, viel Obst zu Essen und vom Veranstalter Pizzabrötchen. Wir chillen noch ein wenig mit unseren Eltern in unserem Team-Bereich, bevor es dann in Richtung Hotel ging. Wir sind vom „nix tun“ super platt. Nach Nachbesprechung und Mentalübung werden wir wohl selig einschlafen, damit wir für unsere morgigen geplanten drei Wettfahrten der WM topfit sind.

Freitag, 28.08.2015 – 2. Wettfahrttag

der zweite Wettfahrttag in Dziwnów (Polen) liegt hinter uns. Ein Tag mit Höhen und Tiefen bei dieser Weltmeisterschaft der Optimisten 2015 oder besser gesagt mit wenig Wind und ganz viel Strom. Nun aber von Anfang an:

Die Windprognose für diesen heutigen Tag sah schon nicht ganz so rosig aus – zunächst 10-12 Knoten abnehmend auf 5 Knoten. Im Wettfahrtgebiet angekommen messen unser Coach Carsten und der ungarische Coach Peter Strom und Holla die Waldfee – auf der linken Kursseite 14 Metern und auf der rechten Seite 18 Meter und der Wind gerade Mal bei 10 Knoten. Die Bedingungen ein Nervenkrimi. Schon während der ersten Wettfahrt nahm der Wind immer weiter ab auf 6-5-4 Knoten, so dass beim Start zur zweiten Wettfahrt das Zeitlimit von 30 Minuten bis zur Tonne 1 nicht mehr eingehalten werden konnte….die Bedingungen immer gruseliger!

Und wie kamen wir damit zurecht: Bei der ersten Wettfahrt haben wir individuelle Fehler beim Start gemacht, da wir den Strom an der Startlinie unterschätzten und entweder unsere Position zur Linie nicht optimal halten konnten oder aber am Pinnend hängen blieben.Dennoch dürfen am Ende des Tages die prickelnden TOP 10 Ergebnisse von Valentin (9) und Roko (3) nicht unerwähnt bleiben…! Einfach TOP!…Und dabei lieferte sich Roko noch einmal ein heißes Wendenduell kurz vor der Ziellinie mit einem Segler aus Uruguay: doch dann der „Pfiff“ der Jury und schon zuckte die gelbe Flagge….42.1.basic 6, was laut ISAF (Internationaler Weltseglverband) wie folgt interpretiert bzw. ausgelegt wird: „After a tack when a boat is on her new close-hauled course, movement bpropelling the boat like a stroke of a paddle is prohibited under rule 42.1.“ Kurzum unerlaubter Vortrieb. Roko machte nach Wende mehr Geschwindigkeit als vor der Wende…mit dem 720° war Platz 2 verschenkt. Leider!

Insgesamt betrachtet, fehlte uns bisher bei dieser WM einerseits das letzte Durchsetzungsvermögen am Start und auf der anderen  Seite auch ein Quäntchen Glück: denn bei allen Wettfahrten, die an der Tonne 1 mangels Wind und wegen Überschreitung des Zeitlimits abgebrochen wurden, lagen unsere Segler unter den TOP 10! An Land beobachten viele das Tracking entweder im Hafencafé oder aber im Race Office. Auch hier ist der Nervenkrimi deutlich spürbar. Durch den Strom segelten sie Segler phasenweise nicht mehr zum Ziel, sondern parallel zur Ziellinie, so dass das Tracking-Programm davon ausgeht, dass sich die Segler wieder vom Ziel entfernen 😉 – skurrile Situationen mit stolz-feiernden und ebenso frustrierten Team-Fans.

 

Wie ihr an den Ergebnissen sehen könnt, sind Deike und Cecimo bisher nur eine Wettfahrt gesegelt. Daher müssen sie Morgen auch als erstes an den Start, bevor dann nach neuer Gruppeneinteilung weitergesegelt wird. Drückt uns unbedingt Morgen die Daumen  für mehr Wind und auch ein Quäntchen mehr Glück!

Die bisherigen Ergebnisse des deutschen WM-Teams:

Valentin (Blau): 9, 36

Roko (Rot): 17, 3

Charlotte (Rot): 62, 23

Deike (Grün): 27

Cecimo (Grün): 40

Sonnabend, 29.08.2015 – 3. Wettfahrttag

der dritte Wettfahrttag in Dziwnów (Polen) liegt hinter uns Tag….und leider wieder ein Tag mit vielen Tiefen bei dieser Weltmeisterschaft der Optimisten 2015 und wieder ein Tag mit wenig Wind und ganz viel Strom. Nun aber von Anfang an: Die Windprognose bestätigte sich heute leider wieder. Als die grüne Gruppe mit Deike und Cecimo um 11:00 Uhr starten sollte, herrschten gerade Mal 6 Knoten Wind und dazu gab es 10 Meter Strom. Der Start lief bei Cecimo schön sauber, während Deike versackte. Obwohl beim Seitentest „rechts“ für besser befunden wurde, knallten beide nach links raus… „Was machen die da???“

Und an Land fieberte ein Teil Charlotte, Valentin, Roko und Teamleaderin Michelle mit.– Nervenkrimi! Das Daumen drücken sollte helfen. Cecimo gelang auf der Zielkreuz bei derweil 3-4 Knoten Wind ein grandiose Aufholjagd vom 31. Platz auf den 13. Platz, während Deike vom 56. Platz auf den 31. vorfuhr….Zufrieden ist anders, aber ordentlich aufgeholt! Dann wurde auch die anderen Startgruppen nach neuer Gruppeneinteilung rausgeschickt. Dabei ging mit Michelle wieder das „Schiedsrichter-Gen“ durch. Obwohl alle Segler laut Segelanweisungen bis zu Delta + Gruppenflagge ihren Teambereich nicht verlassen dürfen, standen schon wieder bestimmte Nationen vor Auslaufsignal an der Sliprampe. Sowohl der Veranstalter, als auch die IODA reagierten mit Zustimmung auf Michelles Anfrage. Morgen gibt es Punktstrafen für „zu frühes Auslaufen“.

Nun aber raus aufs Wasser für Valentin, Roko und Charlotte. Und da der Wind nicht besser wurde, wurde aus diesem Segeltag ein vierstündiger Sonnentag auf der Ostsee. Wieder an Land wurde der Zeitplan der WM geändert – zum Unverständnis vieler Nationen. Morgen wird nun an stelle von Team Race wieder Fleetrace gesegelt. Und wenn dann am 1. September guter Wind angesagt ist, soll Teamrace gesegelt werden…kein Kommentar!  Aber wir werden sehen….

Der Segeltag wurde abgeschlossen mit Team Race Coaching by Chris Attkins. Chris ist Chief Umpire bei dieser WM und ISAF Vize-Präsident. Ein irrer Typ, der nicht nur selbst voll Bock auf Team Race hat, sondern auch noch richtig bombig erklären kann. ……Nach der Erklärung folgte Turnhallen-Teamrace – seht aber selbst auf unseren Fotos. Nach Essen und Besprechung geht es heute für uns früher ins Bett. Der Start für diese WM ist nun immer für 11:00Uhr angesetzt….unser Ablauf also eine Stunde früher! Das „schöne daran“ – Morgen früh 2 Knoten Wind – bevor dann um 15 Uhr endlich unser heiß ersehnter Wind kommen soll – mit ganzen 16-20 Knoten aus Nord/Nordost. Wir hoffen, sind gespannt, aber lassen uns aber auch bei anderen Bedingungen nicht umhauen – versprochen!!! 🙂

Die bisherigen Ergebnisse des deutschen WM-Teams nach 2 WF nach drei Tagen

31.  Roko: 17, 3

  1. Valentin 9, 35
  2. Cecimo: 39, 13
  3. Deike: 27, 31
  4. Charlotte (rot): 62, 23

Sonntag, 30. August 2015 – 4. Wettfahrttag

der vierte Wettfahrttag in Dziwnów (Polen)….die Weltmeisterschaft der Optimisten 2015 ist bisher leider nicht so verlaufen wie erhofft, lest aber selbst:

Die Windprognose – ein leidiges Thema. Für den heutigen Tag bedeutete das nämlich Mal wieder Warten, Warten, Warten. Diesmal glücklicherweise an Land und nicht auf dem Wasser ;-)! Es ist nicht gerade einfach für uns gewesen die bisherigen zwei Wettfahrten “abzuhaken“ und sich nun wieder auf die heutigen Leichtwindbedingungen am Nachmittag zu konzentrieren…. dank Ablenkungsprogramm wie „Duplo-Bauen“ und „Paint-Ball-Spielen auf Dosen“ und auch „Tactical Sailing“ ging die Waretrei dann aber doch relativ schnell um und mit Hilfe einer mentalen Vorbereitung konnten wir konzentriert aufs Wasser gehen, als es um 14:30 Uhr soweit war und Flagge Delta zum Auslaufen gesetzt wurde.

Heute starteten Roko, Valentin, Cecimo und Charlotte in blau und Deike in der nächsten Gruppe: rot. Der Wind weht um 6-9 Knoten – also viel war das immer noch nicht und dazu kamen 4-5 Meter Strom….In der ersten Wettfahrt gelang Roko die Führung von der Luvbahnmarke bis zum Ziel zu halten und einen Tagessieg einzufahren, auch wenn es aufgrund des ein oder anderen Zweikampfes zwischendrin echt dünn wurde. Charlotte lag auf der Startkreuz auf einem grandiosen 16. Platz….dann die Luvbahnmarke – Gewusel – und zack waren ein Paar Plätze dazugekommen! Deike ebenfalls perfekt immer unter den TOP 10, auch wenn dann die Zielkreuz auch ihr noch ein paar Plätze kosten sollten – zunächst ein positiver Einstieg in den Tag. Leider steckte in der Wettfahrt bei Valentin und Cecimo der Wurm drin!

In der zweiten Wettfahrt knallte Roko mit Charlotte zu weit rechts raus. Während Roko es wieder gelang auf den 13. Platz bis zur Luvbahnmarke vorzufahren, verzettelte sich Charlotte das ein oder andere Mal. Valentin war zwar wieder am Start nicht gut rausgekommen, aber er kämpfe sich Platz um Platz nach vorne auf Platz 15. – Respekt! Während diesmal Deike und Cecimo nicht so richtig in Fahrt kommen wollten….

Es ist von den Segelbedingungen bisher die Weltmeisterschaft der „Fliegengewichte“ – unsere Vorstellungen von „unserer Ostsee“ waren irgendwie anders: Wind und Welle. Nun aber eine neue Mission für die nächsten zwei Tage: Schublade der ersten vier Fleetraces wird zugemacht. Schublade Teamrace wird aufgemacht. Wir packen es vier Rennen zu gewinnen und am 2. Tag Teamrace noch mit am Start zu sein

Die bisherigen Ergebnisse des deutschen WM-Teams nach 4 WF nach vier Tagen!!!:

  1. Roko: 18, 3, 1, 5
  2. Valentin 9, 35, 39, 15
  3. Deike: 27, 30, 13, 39
  4. Charlotte: 62, 23, 43, 27
  5. Cecimo: 39, 13, 47, 58

Montag, 31. August 2015 – 5. Wettfahrttag/Team Race

der fünfte Wettfahrttag und somit der erste Team Race Tag in Dziwnów (Polen) liegt hinter uns… Und es ist der wohl bisher coolste-erfolgreichste Tag für das Team Germany bei dieser Weltmeisterschaft der Optimisten 2015. Lest aber selbst:

Zur Info vorab… die Team Race Weltmeisterschaft findet an zwei Tagen statt. Wenn in einem Jahr zu wenig Wind herrscht, dann kann die IODA entscheiden, dass das Teamrace auf einen Tag verkürzt wird und nur die besten 16 Nationen an den Start gehen dürfen. Nun ist sowohl 2011, 2013 als auch 2014 Deutschland immer schon am ersten Tag ausgeschieden. In 2012 durften nur die besten 16 Nationen am Teamrace teilnehmen – Deutschland gehörte damals dazu, aber „überlebte“ keine zwei Rennen. Nach der Vorgeschichte hielt sich unser Optimismus nach den bisherigen Tagen in Grenzen!

Dennoch formulierten wir ein Ziel: „Wir wollen uns unter die ersten 16 Nationen segeln. Dafür brauchen wir 3 Siege in drei Rennen am ersten Tag! Klare Ansage, oder?!

  1. Flight: Germany – Israel

Wow, wir kamen richtig gut am Start weg und landeten mit den Plätzen 1 -2 – 3 – 7 an der Bahnmarke 1. Unseren Vorsprung konnten wir bis zur Zielkreuz halten. Vor dem Ziel wurde es noch einmal spannend. Cecimo und Roko mussten einmal „Kringeln“. Aber wir konnten den Sieg mit der Kombination 1 – 2 – 4 – 8 nach Hause bringen! Die erste Anspannung fiel weg.

  1. Flight: Germany – Ungarn

Eine skurrile Situation. Schließlich ging es hier um das Team, mit dem wir uns ein Motorboot teilten. Wieder kamen wir trotz kleiner Abstimmungsschwierigkeiten am Start gut weg und lagen an der Luvbahnmarke mit den Platzierungen 1 – 2 – 4 – 8 erst Mal in Führung. An der Tonne 2 machte ein Ungar Protest gegen Charlotte und bekam zu Recht wegen zu schnellem Luven selbst den Penalty. Danach hat Roko gleich an der Tonne 3 zwei Ungarn auf Backbord „weggekickt“, so dass Deike auf 2 vorfahren konnte. Ein cooles Rennen, dass wir mit 1 – 2 – 3 – 8 für uns entschieden.

  1. Flight: Germany – Chile

Nach dem Start wendete Deike zu spät, hatte Wind von Backbord, musste „kringeln“ und dann folgte Chaos an der Tonne 1. Hier wartete der erste Segler aus Chile und produzierte einen klassischen Teamrace Stau. Mit der Kombination 3 – 5 – 6 – 8 gingen wir um die erste Bahnmarke. Wir mussten dringend kämpfen! An der Tonne 3 gelang es Valentin den Gegnern einen Penalty zu verpassen und dann fingen die Chilenen an sich selbst „zu versenken“. Wir waren derweil mit der Kombination  2 -3 – 5 – 6 auf Siegeskurs. Auf der Zielkreuz bekamen dann die Chilenen noch zwei Penalties für Regel 42 und unser Sieg war gesetzt. Das war ja wohl der absolute Hammer. An Land wurden wir mit Applaus begrüßt. Unsere Eltern und unsere Teamleaderin Michelle feierten uns und auch unser Coach Carsten ist ganz schön stolz auf unsere Leistung.

Dienstag, 1. September 2015 – 6. Wettfahrttag/Team Race

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Viel Glück: Vater und Sohn

der zweite Tag der Team Race Weltmeisterschaft in Dziwnów (Polen) liegt hinter uns… Und es ist ein ganz typischer Tag für unsere gesamte Zeit hier. Unser Ziel für heute war ganz klar festgelegt. Erst ein Sieg gegen Slovenien und dann ein Sieg gegen Thailand.

Um 10:30 Uhr war der erste Start angesetzt. Bei schönstem Wind um die 12-14 Knoten segelten wir raus und als hätte jemand den Schalter umgelegt, war der Wind plötzlich weg. Startverschiebung auf dem Wasser – und dann irgendwann Startverschiebung und ab in den Hafen. Die Sonne brutzelte wie nix anderes. Um 14:30 Uhr erneutes Coach-Meeting. Falls schnell Wind käme, dann würde es bei unserem Ablauf bleiben, falls der Wind erst später käme, würde die Team Race Weltmeisterschaft aus K.O. –Runden bestehen.

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Chris Atkins, der Team Race-Papst in Aktion

Wir blieben optimistisch. Unsere Motivation: Slovenien ist bei der Team Race EM am Ledrosee letzter geworden (auch wenn es ein anderes Team ist) und Rok Verderber kann ruhig als 1. über den Kurs sausen. Mit dem Rest werden wir schon fertig. Unsere Taktik für Thailand, den Weltmeister im Team Race 2014: Sie bringen aus dem gestrigen Tag mehr Punkte mit als wir….! Man muss sich eben Ziele setzen! 🙂

Nach Duplo-Bau, Eis und viel Schatten geht es wieder aufs Wasser. Um 17:00 Uhr fällt die Entscheidung des Race Commitee alle an Land – Feierabend für heute. An Land dann die Entscheidung der IODA: die Weltmeisterschaft 2015 im Team Race wird nicht weiter ausgesegelt. Es gibt keine finale Platzierung. Fassungslosigkeit in unserem Team – als „4. Team der Team Race – Zwischenplatzierung von insgesamt 16 Teams fehlte uns wieder einmal das notwendige „Quäntchen Glück“. Zum Trost gab es heute Pizza in einem netten polnischen Restaurant und noch ein bisschen Freizeit im Team-Hotel.

Mittwoch, 2. September 2015 – 7. Wettfahrttag

heute begann nun nach zwei Tagen Team Race der zweite Teil der Fleetrace Weltmeisterschaft in Dziwnów (Polen) – der erste Tag dieser Weltmeisterschaft, an dem man morgens im Hafen das „Schlagen“ der Segel hören konnte. Wind und Welle, aber natürlich auch Strom….hier unser Bericht:

Mit gemischten Gefühlen starteten wir heute früh im Hafen unser Programm. Heute drei Wettfahrten und unser aller Ziel: Verbesserung der Platzierung und unbedingt in die Goldfleet reinrutschen. Unsere Gruppeneinteilung für heute Cecimo Gelb und alle anderen Blau. Die Segelbedingungen des Tages: zunächst herrliche 4 Windstärken, 1Meter Welle und 20 Meter Strom!, wenn auch der Wind leider sehr schnell wieder auf 3 Windstärken runterging.

Die rechte Feldseite ist vom Wind her bevorteilt. Dies führt dazu, dass fast das ganze Feld versuchte rechts zu starten, um bei Strom und Welle nicht in der Mitte der Startlinie zu versacken und/oder nach links raus zu müssen. Wir versuchten einen eher „freien“ Start und landeten dann unglücklichweise auf der linken Feldseite. Die Konsequenz: wir bleiben nicht beim Feld uns das Feld ist weg! Nur Cecimo gelingt es sauber wegzukommen, was auch gleich mit einem 5. Platz im Ziel belohnt wurde. Bei den nächsten Wettfahrten blieb die Herausforderung bestehen Mitte rechts zu starten und mit freien Wind über die rechte Kreuzseite abzukassieren. Valentin gelingt dies gleich in zwei Rennen in Folge mit Platz 2 und 5 und Charlotte im dritten Tagesrennen mit Platz 11.

An Land. Geburtstags“party“ für Teamleaderin Michelle mit leckerem Kuchen – organisiert von den Eltern…lecker aber polnisch süß! 🙂 Und dann noch die Ankündigung eines Highlights: Morgen geht es nach 3 Fleetrace Rennen mit Team Race weiter – soooooo cool! Dafür muss jedoch der Wind um 17:00 Uhr passen! Drückt die Daumen!

Das bedeutet, dass wir unsere Team Race Motivation wieder aus der Schublade rausholen: Slovenien ist bei der Team Race EM letzter geworden (auch wenn es ein anderes Team ist) und Rok Verderber kann ruhig als 1. über den Kurs sausen, mit dem Rest werden wir schon fertig. Unsere Taktik für Thailand, den Weltmeister im Team Race 2014: sie bringen aus dem ersten Team Race Tag mehr Punkte mit als wir….!So wären wir schon einmal im Halbfinale. Man muss sich eben Ziele setzen! 🙂

Die Ergebnisse des deutschen WM-Teams nach 7 WF/nach 5 Tagen Fleet Race:

  1. Roko: 18, 3, 1, 5, (39), 11, 17
  2. Valentin: 9, 35, (39), 15, 28, 2, 5
  3. Cecimo: 39, 13, 47, (58), 6, 23, 15
  4. Charlotte: (62), 23, 43, 27, 21, 28, 11
  5. Deike: 27, 30, 13, (39), 23, 23, 38

 Donnerstag, 3. September 2015 – 8. Wettfahrttag/Finalserie

heute starteten wir in Gold – Silber – Bronze und Emerald. Während Roko und Valentin die Goldgruppe erreicht hatten, landeten Charlotte, Deike und Cecimo in Silber, so wie viele andere Top-Segler anderer Nationen auch… die Leichtwindbedingungen, der Strom und auch die ewige Warterei an Land hatten die Weltmeisterschaft in Dziwnów (Polen) für wohl alle Nationen zu einer Überraschung werden lassen.

Die Segelbedingungen des heutigen Tages: natürlich Leichtwind mit 6-8 Knoten ablandig drehend und 5 Meter Strom tendenziell von links. Das Charakteristische der Wettfahrten: kein Start ist ohne Allgemeinen Rückruf unter „Black Flag“ weggegangen. In der Goldgruppe im ersten Start 12 BFD, in Silber 15BFD und zum Vergleich in Emerald ganze 30 BFD. In der zweiten Wettfahrt ein paar weniger, aber dennoch mussten auch hier in der Bronzegruppe 30 Segler mit einem BFD in der Tasche den Weg in den Hafen antreten. Die Bedingungen hinsichtlich Feldseite völlig inkonstant: in der Goldgruppe gelang es keinem Segler zwei Wettfahrten unter Top 10 zu beenden….wirklich krass!

Nach den zwei Wettfahrten wurde die Team Race Weltmeisterschaft auf Antrag der Top 16 Nationen fortgesetzt. Allen war es lieber den „wahren“ Sieger auszusegeln, als irgendwie zu den TOP 16 zu gehören. Unsere Motivation kennt ihr bereits vom gestrigen Bericht und wir waren fest davon überzeugt, dass wir das gleich im ersten Flight gegen die Slowenen in „echt“ umsetzen. Leider haben wir gleich zu Anfang des Flights ein großes Problem mit zwei Frühstarts und einem schlechten Start. Nur Valentin war halbwegs weggekommen. Unsere Team Race Karriere war also leider mit dem k.o. System im Ziel schon wieder vorbei.

Die Slowenen flogen dann im nächsten Flight gegen Thailand raus und somit stand Thailand als Team Race Weltmeister 2014 im Finale mit dem Team Race Weltmeister von 2013 – Singapur. Die Meister des Team Race unter sich. Singapur fährt dann nach einem Finalrennen den Pokal nach Hause! Herzlichen Glückwunsch vom Team GER – wir haben Euch jubelnd und Beifall klatschend im Hafen empfangen. Im Hotel haben wir noch etwas für den internationalen Segleraustausch getan: Tausch-Shirt-Verhandlungen!  Und nun geht es aber nach „Schoko-Pudding“ und „Schoko-Eis“ ins Bett, so was Leckeres haben wir uns nach den wirklich unschönen Segelbedingungen nun aber echt Mal verdient.

 

 

Die Ergebnisse des deutschen WM-Teams nach 9 WF/nach  fünf Tagen!!!:

  1. Roko: 18, 3, 1, 5, (39), 11, 17, 39, 11
  2. Valentin: 9, 35, (39), 15, 28, 2, 5, 35, 22
  3. Cecimo: 39, 13, 47, 58, 6, 23, 15, (BFD), 9
  4. Charlotte: (62), 23, 43, 27, 21, 28, 11, 21, 39
  5. Deike: 27, 30, 13, 39, 23, 23, 38, (52), 47

 Freitag, 4. September 2015 – 9. Wettfahrttag/Abschlusstag

nun melden wir uns heute zum letzten Mal bei Euch mit unserem Abschlussbericht von der Leichtwind-Weltmeisterschaft 2015 in Dziwnów (Polen). Die Segelbedingungen des heutigen letzten Wettfahrttages: Leichtwind mit 3-4 Knoten ablandig drehend. Auf der linken Kreuzseite wurden uns heute zur Abwechslung Mal 7 Meter Strom von vorne und rechts dafür 2 Meter Strom von hinten angeboten. Die Bedingungen zunächst nicht segelbar.

Als sich dann endlich ein wenig Wind durchsetzte, versuchte die Wettfahrtleitung gleich einen Start mit der Goldgruppe wegzukriegen. Als der Wind dann schon wieder auf der Hälfte der Kreuz „verrückt spielte und nachließ“ wurden das Rennen abgebrochen. Als um 14:00Uhr eine Gewitterfront von See her aufzog, wurden die Segler in den Hafen geschickt. Die Weltmeisterschaft 2015 war damit vorbei! Carsten schleppte uns in den Hafen –  wir wollten schließlich den slowenischen Weltmeister ROK VERDERBER mit Applaus begrüßen. Auch wenn wir uns für den letzten Wettfahrttag etwas anderes gewünscht hatten, muss man insgesamt sagen, dass die Wettfahrtleitung über die gesamte Zeit hier keinen Versuch verpasst hat eine Wettfahrt zu versuchen…good job.

Leider waren es nur einfach nicht unsere Bedingungen – wir hätten mit unseren „Gewichten“ und „unseren Erfahrungen“ auf der Ostsee gerne ein wenig mehr Wind und Welle vertragen. Zum Abschluss ging es noch einmal in unser Lieblingsrestaurant: wir hatten genug von Kartoffeln und Fleisch. 😉 Wir wünschten uns noch einmal Pizza und/oder Salat. Dann zackig in Hotel – Beautysession für die Siegerehrung und dann ging es auch schon wieder los.

Die Siegerehrung fand – wie auch die Eröffnung – auf einer großen Bühne in der Stadtmitte von Dziwnów statt. Die polnischen Touristen und Einheimischen mischten sich unter das Segelvolk und feierten uns wie „große Stars“.

Obwohl wir „leer“ ausgingen, haben wir alle eine tolle Zeit bei der Weltmeisterschaft gehabt. Nun werden wir das Erlebte erst einmal „sacken“ lassen müssen und auch erst eine kleine „Verschnaufpause“ brauchen. Es waren zehn lange Segeltage: ohne Layday, mit frühem Aufstehen, viel Warterei auf dem Wasser, absoluten Leichtwindbedingungen und täglich später Rückkehr in Team-Hotel. Eine physische als auch psychische Herausforderung, die uns aber bestimmt bei unseren nächsten Regatten – sei es im Opti oder in einer Jugendbootsklasse – stärken wird und uns „weiterbringt“. Und das gehört eben auch zu einer Weltmeisterschaft: wir hatten wir viel Spaß untereinander und mit den anderen Nationen und haben viele neue Freunde gefunden. Das Erlebnis Weltmeisterschaft werden wir immer in uns tragen und bestimmt nie vergessen! Es lohnt sich also dafür zu trainieren und dafür zu kämpfen.

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Deike Bornemann

Für Deike ist nun die Zeit im Optimisten nun leider vorbei….

„Liebe Deike, Du kannst wirklich glücklich und stolz auf 9 Jahre in diesem Boot zurückblicken. Du hast mit Deinem Trainer Peter Ulrich viele tolle Trainings und Regatten erlebt und hast dich gleich drei Mal in Folge für die IODA Weltmeisterschaft qualifiziert – und das als Mädchen! Du bist für viele Seglerinnen der Optimisten-Klasse ein Vorbild. Bleib Deiner verschlossenen und manchmal dann so offenen-lustigen Art treu – Du bist eine „Wucht in Tüten“! Wir wünschen Dir für die nächste Zweihand-Bootsklasse – für welche Du Dich auch immer entscheidest – viel Spaß und ganz viel Erfolg – und natürlich erst mal ein bisschen weniger Wind!“

Bevor wir uns nun aber alle von Euch verabschieden und zur Siegerehrungs-Party verschwinden, möchten wir Danke sagen: Vielen Dank an unsere Eltern, Geschwister, Segelclubs, Trainer, den Deutschen Segler-Verband, das Audi Sailing Team Germany, PasticsEurope, unseren weiteren Sponsoren sowie natürlich auch der IODA und der DODV für ihren „fachlichen“ Support. Ohne euch wäre all das gar nicht möglich gewesen.

Ergebnisse

Weltmeisterschaft (insgesamt)

  1. Rok Verderber (SLO)
  2. Jodie Lay (THA)
  3. Mathias Berthet (NOR)

Weltmeisterschaft (Damenwertung)

  1. Jodie Lay (THA)
  2. Gaia Bergonzini (ITA)
  3. Aina Colom Miró (ESP)

Teamrace

  1. Singapur
  2. Thailand
  3. Argentinien

Nations Cup

  1. Singapur
  2. Ungarn
  3. Thailand
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Das WM Team 2015 verabschiedet sich

Die finalen Ergebnisse des deutschen WM-Teams nach 9 WF:

  1. Roko: 18, 3, 1, 5, (39), 11, 17, 39, 11
  2. Valentin: 9, 35, (39), 15, 28, 2, 5, 35, 22
  3. Cecimo: 39, 13, 47, 58, 6, 23, 15, (BFD), 9
  4. Charlotte: (62), 23, 43, 27, 21, 28, 11, 21, 39
  5. Deike: 27, 30, 13, 39, 23, 23, 38, (52), 47

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